Während auf Bundesebene über eine stärkere Zentralisierung des Gesundheitssystems diskutiert wird, setzt das Burgenland weiterhin auf den Ausbau einer wohnortnahen und öffentlichen Gesundheitsversorgung. Eine aktuelle Studie des Instituts für Strategieanalysen (ISA) zeigt: Die Burgenländer sind mit ihrem Gesundheitssystem zufriedener als der österreichische Durchschnitt und blicken deutlich optimistischer in die Zukunft.
Die vom Land Burgenland beauftragte Studie wurde von Politikwissenschafter Peter Filzmaier (ISA) und Meinungsforscherin Christina Matzka (Triple M) präsentiert. Mehr als drei Viertel der Burgenländer sind mit der Gesundheitsversorgung zufrieden. 79 Prozent vertrauen den burgenländischen Krankenhäusern und ebenso viele bewerten deren medizinische Qualität als hoch. Rund 80 Prozent beurteilen auch die stationäre Versorgung positiv. Auffällig ist auch der Blick in die Zukunft: Während österreichweit nur 17 Prozent der Bevölkerung eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung in den vergangenen Jahren sehen, sind es im Burgenland 35 Prozent. Gleichzeitig rechnen 25 Prozent der Burgenländer mit weiteren Verbesserungen, österreichweit sind es neun Prozent.
„Die Burgenländerinnen und Burgenländer beurteilen nicht nur die aktuelle Gesundheitsversorgung positiv, sondern blicken auch wesentlich optimistischer in die Zukunft. Das spricht für ein hohes Vertrauen in das Gesundheitssystem des Landes“, erklärt Studienautor Peter Filzmaier. Auch Studienautorin Christina Matzka sieht das Burgenland im Vergleich zum Bund klar im Vorteil: „Das Burgenland hebt sich vor allem durch eine hohe Grundzufriedenheit vom Bundesschnitt ab. Die Menschen vertrauen ihren Krankenhäusern, sind gut informiert, bescheinigen ihnen hohe medizinische Qualität und sehen die Entwicklung deutlich positiver als im Österreich-Durchschnitt.“
Für Landeshauptmann Hans Peter Doskozil sind die Ergebnisse eine Bestätigung des eingeschlagenen Kurses. Das Land investiere jährlich rund 200 Millionen Euro in den Betrieb der burgenländischen Kliniken und wolle auch künftig an einer wohnortnahen Gesundheitsversorgung festhalten. „Die Ergebnisse zeigen, dass unser Weg richtig ist. Gesundheit ist keine Frage des Wohnortes und darf auch nicht von finanziellen Möglichkeiten abhängen. Deshalb investieren wir Jahr für Jahr rund 200 Millionen Euro aus dem Landesbudget in den Betrieb unserer Kliniken. Das ist eine bewusste politische Entscheidung, weil Gesundheit für uns oberste Priorität hat“, betont Doskozil.
Kritisch äußerte sich der Landeshauptmann erneut zu den Reformplänen des Bundes. Eine Zentralisierung gefährde die regionale Versorgung und könne langfristig eine Privatisierung des Gesundheitssystems begünstigen. Ziel sei ein starkes öffentliches Gesundheitssystem, in dem Patienten dort behandelt werden, wo die höchste Qualität angeboten werde.
Seit rund 100 Tagen steht Florian Schlechtleitner an der Spitze der Gesundheit Burgenland. Sein Fokus liegt auf dem weiteren Ausbau medizinischer Leistungen, Investitionen in moderne Infrastruktur, der Gewinnung zusätzlicher Fachkräfte und einer kontinuierlichen Qualitätssteigerung. „Ich habe ein hochmotiviertes und empathisches Team kennengelernt, dass mit großer Kompetenz und Menschlichkeit Herausragendes leisten. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat mit der Gesundheitsoffensive ein starkes Fundament geschaffen. Unsere Aufgabe ist es nun, diesen erfolgreichen Weg konsequent weiterzuführen und gemeinsam weiterzuentwickeln“, so Schlechtleitner.
In den vergangenen Monaten wurden unter anderem die Herzchirurgie, Neurochirurgie und Gastroenterologie in Oberwart erweitert, die Orthopädie in Kittsee ausgebaut und das Brustgesundheitszentrum in Güssing zertifiziert. Neue Angebote wie eine Adipositas-Ambulanz, Schmerzmedizin und Simulationstrainings ergänzen das medizinische Angebot. Auch künftig soll weiter investiert werden: Die Klinik Oberpullendorf wurde als erstes „Baby-friendly Hospital“ im Burgenland ausgezeichnet, zudem soll dort demnächst die nächste Generation der Roboterchirurgie zum Einsatz kommen. Ein modernes Terminmanagement soll außerdem freie Kapazitäten besser nutzen und Wartezeiten für Patienten verkürzen.