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Wie viel Smartphone ist noch normal?

Durchschnittlich 3,5 Stunden verbringen Erwachsene pro Tag mit dem Smartphone. Bei Jugendlichen dürfte dieser Wert noch viel höher liegen. Doch wann spricht man von Handy- oder Internetsucht? In ihrem Buch „Always on. Verführung und Gefahr digitaler Medien“ klären Roland Mader und Oliver Scheibenbogen auf und verraten wichtige Tipps und Tricks für die ganze Familie.
Frau mit blauem Smartpone in der Hand, im Hintergrund Blumen und ein Schuh
Von Shopping bis Social Media: Das Smartphone ist heute nicht mehr wegzudenken. © Getty Images

Nach einem anstrengenden Arbeitstag kommt man endlich zu Hause an. Und was passiert? Man sitzt auf der Couch und wischt und wischt … 3,5 Stunden sind es durchschnittlich am Tag – inklusive Toilettenpause! Denn für 40 % der Bevölkerung ist das Smartphone neben dem Toilettenpapier zum wichtigsten Utensil auf dem Klo geworden. Stellt sich die Frage, wie viel Handy noch normal ist.

Bei Smartphone-Sucht ist genau genommen nicht das Handy das Suchtmittel, sondern die jeweilige App, etwa Social Media oder Spiele. Und ob es sich um eine Sucht handelt, lässt sich nicht allein anhand der Bildschirmzeit beurteilen. In „Always on. Verführung und Gefahr digitaler Medien“ ermöglichen die beiden Suchtexperten Roland Mader und Oliver Scheibenbogen eine hilfreiche Selbsteinschätzung und zeigen, worauf man im Alltag und in der Erziehung achten sollte.

Typische Anzeichen

Der Übergang von Zeitvertreib zu Suchtverhalten ist oft fließend. Deshalb ist wichtig, Hinweise auf ein ungesundes Nutzungsverhalten zu erkennen:

  • immer häufigere Nutzung
  • Schwierigkeiten, die Nutzung zu kontrollieren (Kontrollverlust)
  • sozialer Rückzug
  • negative Auswirkungen auf berufliche oder schulische Leistungen
  • Konflikte mit wichtigen Bezugspersonen
  • Gereiztheit bis hin zu aggressivem Verhalten, wenn die jeweilige App nicht genutzt werden kann.

Wer es genauer wissen will, kann einen Online-Selbsttest durchführen, zum Beispiel zum Thema Social-Media-Nutzung.

Was tun bei Social-Media-Sucht?

„Völlig auf Social Media zu verzichten, ist heutzutage fast undenkbar. Viel zu viel Kommunikation und Information laufen über diese Kanäle“, wissen Mader und Scheibenbogen. „Sogar in den Schulen werden Aufgaben über WhatsApp-Gruppen verteilt und Einladungen zu Veranstaltungen oder Partys auf Facebook gepostet. Natürlich will man auch die aktuellen Urlaubsfotos der Freundin auf Instagram nicht verpassen. Es gilt also, einen achtsamen, kontrollierten Umgang mit Social Media zu finden.“

Bei einer bereits bestehenden Abhängigkeit hat sich laut den Experten bewährt, zumindest vorübergehend auf die meisten Social-Media-Kanäle zu verzichten. Hierfür sollte man analysieren, welche Plattformen in der letzten Zeit am intensivsten genutzt wurden, und den Zugang dann stilllegen oder löschen. Bei dieser Abstinenz ist die größte Herausforderung, die „FOMO“ („Fear of Missing Out“) zu ertragen. „Um diese Angst zu überwinden, ist hilfreich, Freunde über das Vorhaben zu informieren und mit ihnen reale Aktivitäten zu planen, bevor man auf Social Media verzichtet“, raten die Experten.

Für einen sanften Wiedereinstieg sollte man die Online-Zeit zunächst beschränken. „Studien haben gezeigt, dass eine Nutzungsdauer von Social Media, die 30 Minuten am Tag nicht übersteigt, nicht zu negativen Folgen führt. Wichtig ist also, die Zeit, die für Social Media verwendet wird, nicht auszudehnen und dies auch immer wieder selbst zu kontrollieren.“

Viele weitere Tipps zum Thema Social-Media-Sucht und zu anderen Internet- und Handy-Süchten von Glücksspiel über Shopping bis hin zu Gaming geben Mader und Scheibenbogen in ihrem Buch.

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