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Wing-Surfen: Die neue Ära des Wassersports

Einmal übers Wasser fliegen – das klingt traumhaft. Mit der neuen Trendsportart Wing-Surfen wird dieser Wunsch nun mit Foil und Wing erfüllt. schauvorbei.at hat mit Experte Robert Böhm von der Surf- und Segelschule Nordstrand über den Sport gesprochen.
Wing-Surfen: Wing-Surfer mit blauem Foil am Wasser.
Ein neuer Trend oder eine bleibende Sparte? schauvorbei nimmt Wing-Surfen unter die Lupe. © shutterstock

Wassersport für jeden und sogar noch leichter zu erlernen als Windsurfen: Damit lockt Wing-Surfen. Obwohl der Sport in den letzten Jahren einen regelrechten Hype erfahren hat, gehen seine Anfänge auf die 80er-Jahre zurück. Damals hat der Erfinder des Windsurfens, Jim Drake, gemeinsam mit „Surf-Magazin“-Gründer Uli Stanciu einen Prototypen gebaut. Sie meldeten sogar ein Patent an.

Tatsächlich war dieses Rigg aber sehr starr und der Erfolg blieb aus. Erst nachdem man zu den Kite-Surfern schielte und etwas von ihren Drachen übernahm, hatte man endlich einen flexiblen Flügel, den sogenannten Hydro-Wing. Nun konnte man sogar gegen den Wind kreuzen und Wellen stellten kein Problem mehr dar. Nach langem Hin und Her brachte 2019 der Wing von Naish schließlich den Durchbruch auf dem Markt und bereits ein Jahr später explodierten die Verkaufszahlen.

Neue Faszination

Dafür, dass dieser Trend die Surf-Welt so durchgerüttelt hat, gibt es einen guten Grund. „Wing-Surfen ist im Gegensatz zu Windsurfen insofern leichter zu erlernen, da das Material leichter und ein geringerer Kraftaufwand nötig ist. Zudem kommt man leichter ins Gleiten“, erklärt Robert Böhm, der beide Sportarten beherrscht. Der Zustand des Gleitens ist für viele Surfer eine regelrechte Sucht. „Es fühlt sich entspannt und ruhig an. Man hört keine Wellen mehr schlagen und fliegt einfach übers Wasser. Es ist ein wahnsinniges Erfolgserlebnis“, so der Wind- und Wing-Surf-Lehrer der Surf- und Segelschule Nordstrand. Selbst blutige Anfänger können in die Materie eintauchen. Natürlich hilft es, Grundkenntnisse über Windrichtungen zu haben. Man kann aber auch von null an schnell Erfolge erzielen.

Etwas Kondition und vor allem Balance können allerdings nie schaden. „Zu Hause auf einem Balance Board oder auf der Matte Yoga-Positionen zu üben, ist hilfreich. Auch andere Sportarten wie Skate- oder Snowboarden zu praktizieren und alles, was mit Balance zu tun hat, kann nützlich sein“, informiert der Wing-Surfer. Abgesehen von der einfacheren Technik ist Wing-Surfen etwas, das überall, wo man Wasser findet, praktizierbar ist. „Wenn die Wassertiefe ausreicht, kann man auf jedem Baggersee wingen. Natürlich sollte man keine Riffe beschädigen oder Spots mit Monsterwellen wählen; oder gar Haifische. Hauptsache es gibt genug Wasser“, witzelt der Wahlburgenländer.

Gekommen, um zu bleiben

Trotzdem sollte man anfangs bei einer Surfschule einen Kurs belegen. Wing-Surf-Lehrer können einweisen, passendes Wing und Foil aussuchen und Situationen richtig einschätzen. In einer Kurssituation entfällt auch die Wahl des Materials und man kann in die Materie hineinwachsen. Wer sich kein Material ausleihen möchte, für den gibt es ein paar Dinge zu beachten. „Universell gesprochen sollten sowohl Wing als auch Foil vor allem groß genug sein. So bekommt man mehr Druck und somit richtig Schub. Das hängt natürlich auch von Mastlänge, Gewicht und Größe sowie den persönlichen Skills ab“, rät der erfahrene Wind- und Wing-Surfer. Am besten lässt man sich im Surf-Shop seines Vertrauens beraten. Wenn man zwei Drachen besitzt, deckt man damit eine große Bandbreite an Windbedingungen ab. Ähnlich wie beim Wind-Surfen.

Stellt sich noch die Frage, ob dieser Trend zu einer eigenen Sparte werden wird oder wieder verpufft, so wie er gekommen ist. „Seit vier Jahren geht es stetig bergauf mit den Zahlen der Wing-Surfer. Es ist definitiv ein neuer Fixpunkt, der nicht mehr verdrängt werden kann. Tatsächlich ist es auch so, dass immer mehr eingefleischte Wind-Surfer umsteigen“, so der 56-Jährige.

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