Ein gequengeltes „Ich mag aber keinen Spinat!“ wird heute viel lockerer von Eltern hingenommen als in den Generationen davor. Statt Tellerzwang und strengen Essensregeln stehen heute Eigenverantwortung, Achtsamkeit und ein positives Selbstbild im Mittelpunkt.
Eine aktuelle Umfrage von Thermomix® Österreich gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut TQS zeigt: Österreichs Eltern setzen stärker auf Selbstbestimmung und die Wahrnehmung ihrer Kinder, wenn es um Ernährung und Körpergefühl geht.
Kinder dürfen auf ihr Sättigungsgefühl hören
Besonders deutlich wird dieser Wandel beim Thema Aufessen. Laut der repräsentativen Befragung müssen 93 Prozent der Kinder ihren Teller nicht leer essen, wenn sie satt sind. Auch bei der Portionsgröße vertrauen Eltern zunehmend auf das Sättigungsgefühl ihres Nachwuchses: 92 Prozent der Befragten lassen ihre Kinder selbst entscheiden, wie viel sie essen möchten.
Damit verabschieden sich viele Familien bewusst von Erziehungsgrundsätzen, die über Jahrzehnte als selbstverständlich galten. Ernährung wird heute weniger als Disziplinierungsinstrument verstanden, sondern vielmehr als Möglichkeit, Kindern einen gesunden Zugang zu den eigenen Bedürfnissen zu vermitteln.
Ein positives Körpergefühl beginnt zu Hause
Nicht nur beim Essen, auch beim Thema Körperwahrnehmung zeigt sich ein klarer Trend. Neun von zehn Eltern (89 Prozent) geben an, ihre Kinder aktiv dabei zu unterstützen, positive Eigenschaften am eigenen Körper wahrzunehmen. Ebenso viele bemühen sich, einen gesunden Umgang mit Ernährung vorzuleben.
Darüber hinaus achten rund zwei Drittel der Eltern (64 Prozent) bewusst darauf, vor ihren Kindern weder den eigenen Körper noch den anderer Menschen zu kommentieren. Vor allem in Zeiten sozialer Medien und permanenter Bildvergleiche gewinnt diese Form der Vorbildwirkung zunehmend an Bedeutung.
Die Ergebnisse zeigen: Viele Familien möchten ihren Kindern nicht nur gesunde Essgewohnheiten vermitteln, sondern auch ein stabiles Selbstwertgefühl fördern.
Social Media beeinflusst bereits junge Menschen
Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass Eltern vor neuen Herausforderungen stehen. Fast jede zweite befragte Person (44 Prozent) nimmt wahr, dass soziale Medien Einfluss auf das Körperbild ihres Kindes haben.
Interessant ist dabei die Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Kommunikation. Während rund 60 Prozent der Eltern aktiv das Gespräch über soziale Medien und Themen wie „Body Positivity“ oder „Body Shaming“ suchen, sprechen Kinder deutlich seltener von sich aus über diese Themen. Nur ein Drittel der Eltern berichtet, dass ihr Kind entsprechende Inhalte oder Vergleiche mit Influencern und Online-Persönlichkeiten selbst anspricht.
Lediglich ein Viertel der Befragten glaubt, dass sich ihre Kinder aktiv mit Personen aus sozialen Medien vergleichen. Experten gehen jedoch davon aus, dass viele Vergleiche unbewusst stattfinden und daher von Eltern oft schwer wahrgenommen werden können.
Die Rolle der Eltern wird wichtiger
„Die Ergebnisse zeigen, wie bewusst viele Eltern heute mit den Themen Ernährung und Körpergefühl umgehen. Sie möchten ihren Kindern Vertrauen statt Druck vermitteln und ein gesundes Selbstbild fördern“, erklärt Julia Menzl von Vorwerk Österreich. Parallel dazu verweist sie auf den wachsenden Einfluss sozialer Medien und die Bedeutung eines offenen Dialogs innerhalb der Familie.


