Die krautige, leicht nach Knoblauch schmeckende Pflanze Allium ursinum aka Bärlauch stärkt das Immunsystem, da sie eine Menge Vitamin C enthält – sogar mehr als Orangen. Außerdem ist sie gut für Verdauung und Darm, da sie antibakteriell wirkt und Magenschmerzen lindert. Auch das Herz-Kreislauf-System profitiert von der krautigen Pflanze, denn sie erweitert die Gefäße und senkt den Blutdruck. Last, but not least hilft sie beim Entgiften und kurbelt den Stoffwechsel an. Entschlackung bei der Frühjahrskur wird so schmackhaft leicht.
Das alles sind gute Gründe, um den wilden Knoblauch zu essen, aber mehr noch, um einen Ausflug in den Wald zu wagen und die Pflanze selbst zu pflücken.
- Wo findet man Bärlauch?
Die grüne Pflanze wächst vor allem in feuchten, schattigen Laubwäldern wie Auen. Typische Sammelgebiete sind in Wien und Niederösterreich der Wienerwald, die Steinhofgründe, der Dehnepark, der Prater nahe dem Lusthaus und die Floridsdorfer Au. Im größten Bundesland kann man zudem einen Ausflug in die Nationalpark-Donau-Auen (Harten Au) oder generell in die Nähe von Bachläufen wagen. Beliebte Sammelgebiete liegen zudem am Wiener Grüngürtel. Im Burgenland findet man ihn vor allem in feuchten Laubwäldern. Dabei lohnt es sich, den Bärlauch an nicht zu stark befahrenen Straßen zu pflücken, da die Schadstoffbelastung dort höher ist.
Pro-Tipp: Bärlauchpflanzen sind mehrjährig. Wer sie im Garten setzt, kann sich jedes Jahr wieder an ihnen erfreuen. Am meisten freuen sie sich über einen halbschattigen Standort.
2. Wann sollte man die Pflanze pflücken?
Die beste Erntezeit von Bärlauch liegt zwischen März und Mai. Junge, zarte Blätter schmecken am aromatischsten. Denn nach der Blüte werden die Blätter faseriger und verlieren an Geschmack.
3. Wie erntet man richtig?
Beim Ernten selbst ist wichtig, dass man nicht wie ein Berserker alle Bestände niedermäht, sondern einige Pflänzchen stehen lässt. Pro Pflanze sollte nur ein Blatt gepflückt werden, damit sie sich regenerieren und vermehren kann. Das wird am besten mit einer Schere oder einem Messer gemacht, anstatt die Blätter einfach abzureißen. So werden Boden und Zwiebel geschont, das ist nachhaltiger. Außerdem vermeidet man, die ganze Pflanze versehentlich auszureißen. Wichtig: In Naturschutzgebieten wie in Teilen des Lainzer Tiergartens ist Bärlauchpflücken verboten.
4. Worauf muss man achten?
Leider hat die Bärlauchpflanze gleich zwei böse Zwillinge: Maiglöckchen und Herbstzeitlose. Diese scheinen zunächst gleich auszusehen, können aber mit einem prüfenden Kennerblick schnell unterschieden werden.
- The one and only: Bärlauchpflanzen sind so etwas wie Einzelkinder. Es sprießen einzelne Blätter mit eigenem Stiel aus dem Boden. Maiglöckchen haben zwei Blätter am Stängel, Herbstzeitlose sogar drei bis vier, die wie Rosetten wachsen.
- Matt oder glänzend? Die Blattunterseite ist entscheidend. Während Maiglöckchen eine glänzende Blattunterseite haben und Herbstzeitlose Blätter, die auf beiden Seiten glänzen, ist die Unterseite bei Bärlauch matt.
- Den richtigen Riecher: Eine einfache und gute Variante, um das heimische Superfood zu erkennen, ist über den Geruch. Einfach ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben. Riecht es nach Knoblauch, handelt es sich um Bärlauch. Die beiden Stiefschwestern tun das nicht.
5. Wie lange ist Bärlauch haltbar?
Damit der Bärlauch vor der Weiterverarbeitung möglichst lange frisch bleibt, sollte man ihn locker in einen Korb legen und nicht quetschen. Zudem hilft es, wenn er zu Hause in ein feuchtes Tuch eingeschlagen wird. Im Kühlschrank hält er sich ein bis zwei Tage. Am besten ist, wenn man ihn nicht sofort verwenden will, ihn zu Pesto zu verarbeiten oder einzufrieren. Aufgetaut werden sollte er nach spätestens sechs bis zwölf Monaten.
Rezept für Bärlauchpesto
Zutaten
- 100 ml Öl
- 75 g Bärlauch
- 50 g Parmesan
- 50 g Pinienkerne
- 1 Knoblauchzehe
- ½ TL Salz
- ¼ TL Pfeffer
Zubereitung
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Zunächst röstet man Pinienkerne in einer beschichteten Pfanne auf mittlerer Stufe ohne Fett an. Tipp: Kürbiskerne, Walnüsse oder Sonnenblumenkerne funktionieren genauso gut.
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Dann Parmesan grob hacken und Knoblauchzehe schälen. Extratipp: Veganer können auf Hefeflocken zurückgreifen. Bärlauchblätter gründlich waschen. Danach in einer Salatschleuder trocknen und klein schneiden.
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Nun Öl (Oliven- oder Rapsöl) mit dem Parmesan, den Pinienkernen und dem Knoblauch in einen hohen Rührbecher oder in einen Shaker geben.
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Die Bärlauchstücke hinzugeben und pürieren. Manche mögen das Pesto grob, andere feiner – das ist Geschmackssache.
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Wenn das Pesto fertig ist, in zwei abgekochte Schraubgläser füllen (170 Milliliter pro Glas). Das Pesto hält ungeöffnet im Kühlschrank ein bis zwei Monate. Geöffnet hält es mit Öl abgedeckt circa ein bis zwei Wochen.


