Ausflugsziele

Expedition: Der tiefste Punkt Österreichs bei Apetlon

Sonnenuntergang am Badesee Apetlon
Bei Apetlon befindet sich der tiefste Punkt Österreichs. © Shutterstock
Hohe Gipfel sind heutzutage schnell erklommen. Jules Verne wiederum machte sich bereits 1864 – wenn auch nur literarisch – auf die Reise zum Mittelpunkt der Erde. Wer hingegen eines der letzten großen Abenteuer unserer Zeit erleben will, muss zweifelsohne in die flache, schier endlose Weite des Seewinkels reisen. Dort ist er zu finden, der tiefste Punkt Österreichs bei Apetlon.

Für die meisten Besucher ist der am Ostrand der Alpen und Westrand der Pannonischen Tiefebene gelegene Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel bekannt für seine enorme Artenvielfalt. Horizont, wohin das Auge reicht. Schilf, das Abertausenden Vögeln als wertvolles Brutgebiet und wichtiger Rastplatz dient. So beeindruckend und besonders ist die Region, dass sie 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Doch was Ortsunkundige nicht ahnen: Hier, genauer gesagt nächst der 1.760 Seelen zählenden Ortschaft Apetlon, verbirgt sich ein selbst für die Alpennation außergewöhnliches Extrem – nämlich der tiefste Punkt Österreichs.

Hartes Training und spezielle Eignungstests …

… sind für diese Expedition zum Glück nicht vonnöten. Und auch auf diverse Ausrüstung kann man getrost verzichten: Der tiefste Punkt Österreichs befindet sich immerhin auf einer Höhe von 114 Metern. Das sollte selbst für sensible Ohren ohne Druckausgleich zu schaffen sein. Für ornithologisch Interessierte kann ein Feldstecher sinnvoll sein, denn hier gibt es viele seltene Vogelarten zu beobachten. Wer draufgängerisch veranlagt ist, kommt mit dem Fahrrad. Denn die in der Tat zum Teil bizarre und oftmals atemberaubende Landschaft lässt sich dank ihrer ebenen Beschaffenheit ausgezeichnet befahren.

Das Vertrauen der Einwohner gewinnen

Es zahlt sich aus, neben dem Fotografieren des Schildes für die Nachkommen oder für Social Media als einen Beweis für das erfolgreiche Absolvieren der Expedition auch die Umgebung des tiefsten Punktes zu erkunden: Apetlon selbst. Wenn die Sonne hoch am Himmel steht, verstecken sich die Einwohner gerne in ihren Behausungen, Geschäften oder schattigen Büros. Doch bei Einbruch der Dunkelheit findet man sie – vor allem bei sommerlichen Temperaturen – oft in sogenannten Gastgärten, Buschenschanken und Heurigen. Geben sie sich anfangs noch wortkarg und schwer verständlich, kann das eine oder andere Gläschen des weit über die Grenzen der Region geschätzten Weins oder Destillats die Zunge lockern. Das gilt für Expeditionsteilnehmer wie auch Einwohner gleichermaßen. Doch Vorsicht ist geboten: So manch einer wurde von der hervorragenden Küche, der betörenden Gastfreundschaft und den verführerischen Tropfen in seinen Bann gezogen – und ist vom tiefsten Punkt Österreichs nicht rechtzeitig am Montag zur Arbeit erschienen.

5 Dinge, die man gesehen haben muss
  • ganz wichtig: ein Foto vom Schild „Tiefst gemessener Punkt Österreichs“. Sonst gibt es keinerlei Beweise. Oder, wie man in Apetlon zu sagen pflegt: Pics or it didn’t happen!
  • die einzigartige Umgebung, die sich entweder zu Fuß, am Rad oder am Rücken eines Pferdes erkunden lässt
  • zumindest eines der vielen kulinarischen Highlights in Apetlon
  • das Hufnagelhaus, ein Bauernhaus mit Barockgiebel, in dem man etwas über die Geschichte, Sehenswürdigkeiten und die Vogelwelt Apetlons erfährt
  • den Apetloner Badesee
Facts and Figures zum tiefsten Punkt Österreichs bei Apetlon
  • Zwischen dem tiefsten Punkt (Seewinkel/Apetlon) und dem höchsten Punkt (Großglockner) Österreichs liegen 3.674 Meter.
  • Der Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel umfasst im Burgenland eine Fläche von 9.652 Hektar sowie weiteren 23.721 Hektar auf ungarischer Seite.
  • Der Nationalpark besteht zu 43 % aus Schilf, 30 % aus Wiesen und Weiden sowie 27 % aus Seen und Lacken.
  • Da die salzhaltigen Sodalacken regelmäßig austrocknen, bietet der Nationalpark Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten, die es gerne extrem mögen.
  • Vor vielen Millionen Jahren war der Seewinkel ein Meer. Teile des Leithagebirges und des Ruster Hügellands ragten als Inseln aus dem Wasser. Vor ungefähr drei Millionen Jahren, im Pliozän, verschwand das Meer wieder. Spuren gibt es heute noch viele zu entdecken – etwa Muschelschalen und Haifischzähne.
Aktuelles Programm:
http://www.apetlon.info
Tiefster Punkt Österreichs bei Apetlon
Gästeinformation Apetlon Kirchengasse 3 7143 Apetlon
02175/240 43
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