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Coolcation: Die Top-Spots für einen erfrischend anderen Urlaub

Früher war das Ziel klar: möglichst viel Sonne, möglichst warmes Meer, möglichst wenig Wolken – doch plötzlich klingt für viele ein Urlaub im kühlen Norden verlockender als jede Mittelmeerbucht. „Coolcation“ heißt der neue Reisetrend, bei dem statt Sonnenbrand frische Bergluft, Gletscher oder nordische Meeresbrisen locken. Wer dem Hitzechaos entfliehen möchte, findet rund um den Globus Orte, an denen selbst der Hochsommer angenehm temperiert bleibt.
In Kanadas Banff National Park treffen schneebedeckte Gipfel, Gletscherseen und dichte Wälder aufeinander und machen das Gebiet zu einem der spektakulärsten Schutzgebiete Kanadas. © Getty Images

Wer in den vergangenen Sommern durch europäische Städte spaziert ist, kennt das Gefühl: flirrende Hitze über dem Asphalt, kaum Schatten, überfüllte Strände. Urlaub fühlt sich da manchmal weniger nach Erholung an als nach Durchhalten. Kein Wunder also, dass sich viele Reisende nach Alternativen umsehen.

Genau daraus ist ein neuer Reisetrend entstanden: die Coolcation. Statt tropischer Hitze rücken Regionen in den Fokus, in denen die Natur selbst für angenehme Temperaturen sorgt. Der Norden Europas, alpine Höhenlagen oder windige Atlantikinseln werden plötzlich zu den spannendsten Sommerzielen. Und wer einmal erlebt hat, wie erfrischend ein Urlaub fern der Hitze sein kann, versteht schnell, warum diese Art zu reisen gerade so viele Menschen begeistert.

Kanada
Mit einer Länge von rund 22 Kilometern zählt der Maligne Lake zu den größten Gletscherseen der kanadischen Rockies und ist besonders für die kleine Spirit Island bekannt. © Getty Images

Wenn es ein Land gibt, das wie geschaffen für eine Coolcation ist, dann ist es Kanada. Vor allem die Regionen British Columbia und Nova Scotia verbinden spektakuläre Natur mit angenehm gemäßigten Temperaturen. British Columbia beeindruckt mit einer Mischung aus Pazifikküste, dichten Regenwäldern und mächtigen Gebirgsketten. Besonders rund um Vancouver beginnt das Abenteuer praktisch vor der Haustür: Morgens kann man durch Berglandschaften wandern oder Kajak fahren, am Nachmittag schlendert man durch urbane Viertel voller Cafés und Galerien.

Nur wenige Stunden entfernt liegen einige der schönsten Nationalparks Nordamerikas. Im Banff National Park, im Jasper National Park und im Glacier National Park spiegeln sich schneebedeckte Gipfel in türkisfarbenen Gletscherseen wie dem berühmten Lake Louise oder dem Moraine Lake. Der Jasper National Park gilt zudem als einer der besten Orte Kanadas für Tierbeobachtungen und Sternenhimmel. Mit etwas Glück entdeckt man hier Elche, Schwarzbären oder sogar Grizzlybären. Nachts verwandelt sich der Park dank minimaler Lichtverschmutzung in eines der größten Dark-Sky-Preserves der Welt.

Nova Scotia hingegen präsentiert sich maritim und rau. Die Halbinsel im Atlantik ist bekannt für ihre dramatischen Küsten, charmanten Fischerdörfer und kilometerlangen Wanderwege entlang des Meeres. Besonders der berühmte Cabot Trail, eine rund 300 Kilometer lange Panoramastraße entlang der Küste von Cape Breton Island, gilt als eine der schönsten Küstenstraßen Nordamerikas.

Skandinavien
Vor der Küste Norrfällsvikens erstreckt sich eine Schärenlandschaft aus Hunderten kleinen Inseln, die während der letzten Eiszeit aus dem Granitgestein der Ostseeküste geformt wurden. © Getty Images

Wer Skandinavien bereist, versteht schnell, warum viele Reisende hier entschleunigen. Dichte Wälder, zerklüftete Küsten und stille Seenlandschaften prägen hier das Landschaftsbild. Besonders eindrucksvoll zeigt sich diese nordische Natur rund um den Oslofjord oder den Geirangerfjord in Norwegen, in den weitläufigen Wäldern Südschwedens oder in den dramatischen Inselwelten der Lofoten, wo schroffe Berge direkt aus dem Meer aufragen.

Besonders Schweden gilt als Paradies für Outdoorfans. Besucher können über 100.000 Seen bestaunen, die unzählige Möglichkeiten für Kajaktouren, Wanderungen oder ruhige Tage am Wasser schaffen. Der Vänern, der größte See des Landes, zählt sogar zu den größten Binnengewässern Europas. Auch die berühmten Schärenlandschaften vor Stockholm oder Göteborg sind ein Naturphänomen: Tausende kleine Inseln aus Granit und Kiefern verteilen sich wie ein Labyrinth über die Ostsee.

Dazu kommt ein Phänomen, das viele Besucher begeistert: In den Sommermonaten wird es in vielen Regionen erst spät dunkel, teilweise scheint die Sonne bis tief in die Nacht. Besonders im hohen Norden Norwegens und Schwedens lässt sich die Mitternachtssonne erleben – ein Naturphänomen, bei dem die Sonne selbst um Mitternacht noch am Horizont steht und die Landschaft in ein fast magisches Licht taucht.

Island
Der 454 Meter hohe Vestrahorn gilt mit seinen gezackten Gipfeln als einer der fotogensten Berge Islands. © Getty Images

Auch Island ist unter den Top-Destinationen für eine Coolcation weit vorne mit dabei. Die Insel aus Lava, Gletschern und geothermaler Energie wirkt wie eine Landschaft von einem anderen Planeten. Ein absolutes Highlight ist der Vatnajökull, der größte Gletscher Europas. Seine Eisflächen bedecken rund acht Prozent der gesamten Insel und bilden eine imposante Kulisse für Gletscherwanderungen oder Eishöhlen-Exkursionen.

Doch Island besteht nicht nur aus Eis: Geysire schießen im Süden des Landes aus dem Boden, schwarze Lavafelder erstrecken sich bis zum Horizont und Wasserfälle stürzen aus gewaltigen Höhen in grüne Täler. Besonders bekannt ist der Gullfoss, der im Sommer mit bis zu 130 Kubikmetern Wasser pro Sekunde in eine zweistufige Schlucht stürzt und dabei eine gewaltige Gischtwolke erzeugt, in der sich bei Sonnenschein häufig Regenbögen bilden.

Viele Reisende erkunden das Land außerdem entlang der berühmten Ringstraße, die einmal rund um die Insel führt und an zahlreichen Naturwundern vorbeiführt. Dazu zählen etwa die Lagune Jökulsárlón, in der riesige Eisberge treiben, die Landzunge Stokksnes oder das geothermal aktive Gebiet rund um Haukadalur, wo der berühmte Geysir Strokkur alle paar Minuten Wasser in die Luft schleudert.

Schottland
Der Old Man of Storr ist eine bis zu 50 Meter hohe Felsnadel auf der Isle of Skye und gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Schottlands. © Getty Images

Schottland gehört zu jenen Orten, die sofort Bilder im Kopf erzeugen: raue Landschaften, mystische Nebel und uralte Burgen. Vor allem die Highlands zählen zu den schönsten Naturregionen überhaupt und erinnern mit ihrer Landschaft an eine Kulisse aus einem Fantasyfilm. Hier wechseln sich weite Moorlandschaften mit schroffen Bergen und tiefen Seen, den sogenannten Lochs, ab.

Einer der bekanntesten ist natürlich Loch Ness, der durch die Legende des geheimnisvollen Seeungeheuers weltberühmt wurde. Doch auch landschaftlich hat die Region einiges zu bieten. Wanderer und Naturfans zieht es etwa in den Cairngorms National Park, einen der größten Nationalparks Großbritanniens.

Noch dramatischer präsentiert sich die Isle of Skye. Die Insel ist bekannt für ihre spektakulären Felsformationen, Wasserfälle und Küstenklippen. Besonders der Old Man of Storr, eine bizarre Felsnadel, oder die Fairy Pools, natürliche Wasserbecken, gehören zu den berühmtesten Fotomotiven Schottlands. Nicht weniger beeindruckend ist die zerklüftete Berglandschaft der Quiraing, die mit ihren steilen Hängen und grünen Plateaus fast surreal wirkt.

Estland
Im Windmühlenpark von Angla auf der estnischen Insel Saaremaa stehen fünf historische Mühlen aus dem 19. Jahrhundert. © Getty Images

Estland gehört noch immer zu den unterschätzten Destinationen unter unseren Coolcation-Spots, dabei verbindet das baltische Land historische Städte mit überraschend viel Natur. Die Hauptstadt Tallinn begeistert mit mittelalterlichen Gassen, Türmen und einer vollständig erhaltenen Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Kopfsteinpflaster, bunte Giebelhäuser und alte Stadtmauern lassen Besucher hier fast in eine andere Zeit eintauchen.

Doch nur wenige Kilometer außerhalb beginnt eine ganz andere Welt: Wälder, Moore und einsame Küsten prägen das Land. Rund die Hälfte der Fläche Estlands ist von Wald bedeckt. Besonders beeindruckend sind die zahlreichen Nationalparks, etwa der Lahemaa-Nationalpark, wo man durch Moorlandschaften wandern, historische Herrenhäuser entdecken oder entlang der Ostseeküste radeln kann.

Überhaupt gilt Estland als echtes Paradies für Radfahrer: Das Land ist weitgehend flach, die Straßen sind wenig befahren und zahlreiche gut ausgebaute Radwege führen durch Wälder, entlang der Küste oder durch kleine Dörfer. Ein weiteres Highlight sind die über 2.000 Inseln, die vor der Küste liegen. Besonders die Inseln Saaremaa und Hiiumaa sind für ihre Leuchttürme, Windmühlen und ruhigen Strände bekannt.

Madeira
Seixal ist für seinen natürlichen schwarzen Sandstrand bekannt, der aus erkalteter Vulkanlava entstanden ist und von üppig grünen Steilhängen eingerahmt wird. © Getty Images

Während Südeuropa im Sommer oft unter extremen Temperaturen leidet, bleibt das Klima auf Madeira erstaunlich angenehm. Die portugiesische Insel im Atlantik wird nicht ohne Grund „Insel des ewigen Frühlings“ genannt. Die Landschaft ist spektakulär: Steile Klippen fallen direkt ins Meer, grüne Berge ragen aus dem Atlantik und unzählige Wanderwege führen entlang der berühmten Levadas, historischer Wasserkanäle, die einst zur Bewässerung der Felder angelegt wurden und heute zu den schönsten Wanderpfaden der Insel zählen. Auch Küstenstädte wie Funchal, die Hauptstadt der Insel, Seixal oder São Vicente sollte man keinesfalls verpassen.

Besonders eindrucksvoll ist der Pico do Arieiro, einer der höchsten Gipfel Madeiras. Von hier aus können Outdoorfans ein Panorama aus Nebelmeeren, Felsen und dramatischen Bergketten genießen. Wer noch höher hinaus möchte, kann von hier zum Pico Ruivo, dem höchsten Berg der Insel, wandern. Auch botanisch ist Madeira außergewöhnlich: Die Insel ist bekannt für ihre üppige Vegetation und den Laurisilva-Wald, einen uralten Lorbeerwald, der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört.

Schweiz
Das Lauterbrunnental in der Schweiz ist berühmt für seine 72 Wasserfälle und inspirierte bereits Schriftsteller wie J. R. R. Tolkien. © Getty Images

Für alle, die nicht ans andere Ende der Welt reisen, aber trotzdem Neues entdecken möchten, bietet die Schweiz eine perfekte Coolcation direkt in den Alpen. Hier wechseln sich kristallklare Bergseen mit grünen Almen und mächtigen Gipfeln ab. Regionen wie das Berner Oberland, das Engadin oder das Wallis bieten ideale Bedingungen für Wanderungen, Bergtouren oder entspannte Tage in alpinen Dörfern. Besonders spektakulär ist natürlich auch der Blick auf das Matterhorn, eines der ikonischsten Bergmotive der Welt. Rund um Zermatt führen Panoramawege durch alpine Landschaften, die selbst im Hochsommer angenehm kühl bleiben.

Ein weiteres Highlight ist der Aletschgletscher, der größte Gletscher der Alpen und Teil des UNESCO-Weltnaturerbes „Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch“. Wer ihn vom Aussichtspunkt Eggishorn betrachtet, bekommt eine Ahnung davon, wie gewaltig die alpinen Eislandschaften Europas einst waren. Kleiner Tipp: Wer früh aufsteht, erlebt hier Momente, die man kaum vergisst. Morgensonne auf schneebedeckten Gipfeln, glasklare Bergluft und eine Ruhe, die in vielen Urlaubsdestinationen längst verloren gegangen ist.

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