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Eine Opernszene „Die Judith von Shimoda“: Sänger zeigen auf einen von ihnen. Im Hintegrund ist die Szene um 90° gedreht gespiegelt. © Anja Koehler
Im Theater Akzent ist im November die Operninszenierung von „Die Judith von Shimoda“ von den Bregenzer Festspielen zu sehen. © Anja Koehler
07.11.2023

„Die Judith von Shimoda“

Machtmissbrauch und die Instrumentalisierung eines Individuums für persönliche Vorteile stehen in Bertolt Brechts 1940 entstandenem Theaterstück, das er als Bearbeitung eines japanischen Textes anfertigte, im Mittelpunkt. Die erst 1997 posthum veröffentlichte Spielfassung ist nun die Grundlage für die neue Oper von Fabián Panisello.

Das 1929 von Yamamoto Yūzō geschriebene Original erzählt vom ersten amerikanischen Konsul, der 1856 im japanischen Shimoda eintrifft und bemängelt, dass er keine einheimische Dienerschaft bekommt. Als auch noch seine Gespräche über einen geplanten Handelsvertrag schwierig verlaufen, droht er, die Stadt beschießen zu lassen. Endlich erklärt sich die Geisha Okichi bereit, dem Konsul zu dienen, um ihre Heimatstadt zu retten. Für ihren Umgang mit dem Ausländer wird sie jedoch trotz ihrer Ehe mit einem Japaner geächtet, verfällt dem Alkohol und wird wieder Geisha.

Brecht sah in diesem Stück das Potential für »eine japanische Judith« und meinte damit »eine zu Ende erzählte Geschichte der großen Heldentat«. Mit dem Verweis auf die biblische Figur der Judith betonte Brecht die Verantwortung der Gesellschaft für Okichis Entwicklung.

Nach den erfolgreichen Aufführungen von „Staatsoperette – Die Austrotragödie“ sowie „Der Reigen“ setzte die Neue Oper Wien die Zusammenarbeit mit den Bregenzer Festspielen fort. Regie führt Philipp M. Krenn (zuletzt mit der Neuen Oper Wien für seine Inszenierung von „A Quiet Place“ für den österreichischen Musiktheaterpreis nominiert), Susanne Brendel entwirft Bühnenbild, Kostüme und Video.

Besetzung „Die Judith von Shimoda“

Musikalische Leitung: Walter Kobéra
Inszenierung: Carmen C. Kruse
Okichi: Anna Davidson
Saito: Alexander Kaimbacher
Ofuku / Clive: Megan Kahts
Tsurumatsu / Kito: Martin Lechleitner
Henry Heusken / Akimura: Harald Hieronymus Hein
Osai / Ray: Gan-ya Ben-gur Akselrod
Townsend Harris: Timothy Connor
Fürst Isa: Karl Huml
Wiener Kammerchor, Chorleitung: Bernhard Jaretz
amadeus ensemble-wien

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