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27. Feber 2024
Genuss

Genussvolle Bräuche im Herbst: Von Erntedankfest bis Martiniloben

Rot-gelb gefärbte Landschaften, milde Temperaturen und dieses goldene Licht: Es gibt in Österreich wohl keine andere Jahreszeit, die so eine Wohltat für die Augen ist wie der Herbst. Auch kulinarisch hat diese Saison so viel zu bieten wie keine andere. schauvorbei hat sich Bräuche und Traditionen vom Erntedankfest bis zum Martiniloben angesehen.

Tisch voller Köstlichkeiten von Kürbis bis Kuchen beim Erntedankfest
Der Herbst ist nicht nur eine besonders bunte, sondern auch genussvolle Jahreszeit. © Getty Images

Österreich ist ein Land reicher Traditionen und Bräuche, die eng mit der Natur und den Jahreszeiten verbunden sind. Im Herbst dreht sich bekanntlich vielerorts alles um Genuss, Wein und Brauchtum. Drei der festlichen Anlässe, die demnächst stattfinden, sind das Erntedankfest, das Martiniloben und der Leopoldigang. Diese Feierlichkeiten drehen sich um die Verbindung zwischen Mensch und Natur und bieten gleichzeitig kulinarische Freuden.

Die genussvollste Jahreszeit

Die Erntezeit ist in vollem Gange und die Menschen erfreuen sich an frischem Obst und Gemüse. In der Kulinarik spielt der Herbst eine wichtige Rolle, da er eine Fülle von saisonalen Zutaten bietet. Kürbisse, Äpfel, Birnen, Trauben und Pilze sind nur einige Beispiele für die Vielfalt an frischen Produkten, die in dieser Jahreszeit zur Ernte gehören. Herbstliche Gerichte wie Kürbissuppe, Bratapfel, Maroni und Wild sind beliebt und sorgen für eine gemütliche und genussvolle Zeit.

Danke an Mutter Natur

Das Erntedankfest ist ein traditionelles christliches Fest. Es wird in vielen Ländern gefeiert, um die Ernte und die Fülle des Herbstes zu zelebrieren. Es geht auf Vorläufer im Römischen Reich, im antiken Griechenland oder auch in Israel zurück. Heute ist das am ersten Sonntag im Oktober stattfindende Erntedankfest sowohl ein religiöses als auch ein gesellschaftliches Ereignis. Wir feiern es aus Dankbarkeit für die Gaben der Natur zur Zeit der Ernte. Mit dem Fest soll an den Ertrag in Landwirtschaft und Garten erinnert werden – und auch daran, dass es nicht allein in der Hand des Menschen liegt, über ausreichend Nahrung zu verfügen.

In den meisten Gemeinden in Österreich finden festliche Prozessionen statt. Dabei ziehen die Gläubigen mit Erntekörben und Blumen geschmückt in die Kirche, um ihre Ernteerträge zu segnen. Die geschmückten Erntekörbe sind oft kunstvoll gestaltet und enthalten Früchte, Gemüse, Brot und Wein. In einigen Regionen finden auch Erntedankumzüge statt. Bei ihnen ziehen die Menschen in Trachten und mit geschmückten Wagen durch die Straßen. Auch die Kulinarik spielt beim Erntedankfest eine große Rolle. Traditionelle Gerichte wie Kürbissuppe, gebratene Gans oder Hirschbraten sind beliebt. Auch frisches Brot und selbstgemachte Marmeladen stehen hoch im Kurs.

Martini im Burgenland

Im Burgenland lädt man im November zum traditionellen Martiniloben. Dieses findet am 11. November statt und hat seinen Ursprung im christlichen Gedenktag des heiligen Martin von Tours. Bei diesem Veranstaltungs-Highlight handelt es sich um einen alten burgenländischen Winzerbrauch. Wenn die Ernte eingebracht und der Wein zur Reifung in Fässern gelagert wurde, musste man sich bis zum 11. November gedulden, um den jungen Tropfen das erste Mal kosten zu dürfen. Heutzutage geht man an den Wochenenden rund um diesen Tag von Keller zu Keller, um zu verkosten.

In typisch pannonischer Manier finden sich rund um den burgenländischen St.Martins-Tag zahlreiche Gansl-Gerichte auf den Speisekarten. Klassisch wird das sogenannte Martinigansl mit Rotkraut und Knödeln serviert.

Leopoldi in Niederösterreich

Das Leopoldigang ist ein weiteres gebräuchliches Fest in Österreich. Es wird am 15. November gefeiert und ist dem heiligen Leopold III. von Babenberg – Herzog von Österreich im elften Jahrhundert – gewidmet. Der Leopolditag ist vor allem in Niederösterreich ein wichtiger Feiertag und wird mit verschiedenen Bräuchen begangen. Zu den urtümlichen Aktivitäten gehört der sogenannte Leopoldiritt. Dabei ziehen Reiter in festlicher Tracht und geschmückte Pferde durch die Ortschaften, um den Segen des heiligen Leopold zu erbitten. In einigen Regionen werden auch Märkte und Volksfeste veranstaltet, bei denen Handwerkskunst und regionale Produkte im Mittelpunkt stehen. Kulinarisch wird der Leopoldi oft mit traditionellen Gerichten wie Leberknödel- oder Krautsuppe und süßen Mehlspeisen wie Krapfen gefeiert.

Prost und Mahlzeit im Herbst

Die Traditionen dieser Feiertage variieren von Region zu Region. Eines ist aber sicher: Sie sind eine Gelegenheit, die Schönheit der österreichischen Kultur jedes Jahr neu zu erleben. Egal, ob es sich um das Erntedankfest, Martini oder Leopoldi handelt: Diese Bräuche zeigen die enge Verbindung der Österreicher zur Natur und zur regionalen Küche. Ach… wie schön, dass jetzt der Herbst kommt!