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Tomate bis Thymian: Die besten Pflanzenkombis fürs Beet

Basilikum neben Tomaten, Knoblauch zu Erdbeeren, Thymian neben Kohl: Wer seine Pflanzen im Beet oder Topf klug kombiniert, hat weniger Arbeit, weniger Schädlinge und vor allem eine deutlich bessere Ernte. Was wirklich funktioniert und was man lieber lassen sollte.
© Getty Images

Der Frühling ist da, die Gartencenter sind voll und die Vorfreude auf gemütliche Tage am Balkon, auf der Terrasse und im Garten ist kaum zu bremsen. Doch wer jetzt Topf an Topf stellt und Pflanze an Pflanze setzt, verschenkt Potenzial. Denn im Beet entscheiden nicht nur Sonne, Wasser und Erde, sondern auch die Nachbarschaft. Welche Kombis funktionieren und worauf man achten sollte, erklärt bellaflora Pflanzenexpertin Bettina Bayer-Grilz.

Gute Nachbarschaft

Das Prinzip einer guten Nachbarschaft unter Pflanzen nennt sich Mischkultur und ist im Grunde ganz simpel: Wer gut zueinander passt, hilft sich gegenseitig. So gibt beispielsweise Spinat Saponin ab, ein Wirkstoff, der auf Nachbarpflanzen stimulierend wirkt. Das passiert mal unterirdisch über die Wurzeln, mal oberirdisch über den Duft ätherischer Öle. Ein funktionierendes Beet ist also kein statisches Arrangement, sondern ein kleines Ökosystem. Und dieses Ökosystem lässt sich gestalten.

© bellaflora

„Eine gute Kombination macht im Gartenalltag viel aus. Wenn Pflanzen ähnliche Ansprüche haben und sich sinnvoll ergänzen, fördern sie sich gegenseitig. Dadurch entwickeln sie sich besser und unterstützen sich bei der Schädlings- und Krankheitsabwehr.“

bellaflora Pflanzenexpertin Bettina Bayer-Grilz

Eine echte Lovestory

Manche Partnerschaften im Beet sind so bewährt, dass sie fast schon Küchenweisheit sind. Basilikum neben Tomaten ist so ein Klassiker, und das aus gutem Grund: Basilikum kann Insekten, die für Tomaten schädlich sind, abwehren und gleichzeitig sogar den Geschmack der Frucht verbessern. Ähnlich funktioniert das Duo Karotten und Zwiebeln: Zwiebeln vertreiben die Möhrenfliege, Karotten wiederum die Zwiebelfliege. Und Erdbeeren? Die bekommen am besten Knoblauch oder Schnittlauch als Begleitung. Zwiebelgewächse wirken durch ihre bakteriziden und fungiziden Wirkstoffe gut gegen Spinnmilben und Bodenpilze und schützen die süßen Früchte ganz ohne Chemie.

Unterschätzte Alleskönner

Beim Thema Kräuter denken die meisten zuerst an die Küche, doch auch im Beet sind sie vielseitige Helfer, die weit mehr leisten als bloßes Aroma. Thymian, Ysop, Rosmarin und Salbei sollen durch ihre Duftabsonderungen Kohlweißlinge, Kohl- oder Möhrenfliegen vertreiben. Auch Dill fördert die Keimfähigkeit von Saaten und hält durch seine Duftstoffe Schädlinge wie Blattläuse ab. Bettina Bayer-Grilz rät, Kräuter gezielt mit Blühpflanzen wie Ringelblumen oder Majoran zu setzen, was die Pflege erleichtert und das Beet bunter und aromatischer macht.

Der Standort entscheidet

Ein häufiger Fehler beim Pflanzen: der falsche Standort. Dabei macht dieser oft den entscheidenden Unterschied. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin oder Thymian fühlen sich auf sonnigen, trockenen Plätzen pudelwohl, am besten in Gesellschaft von ebenso trockenheitsverträglichen Partnern wie der Kapuzinerkresse, die nicht nur hübsch blüht, sondern auch noch Nützlinge anlockt. In halbschattigen Bereichen hingegen gedeihen robuste Frühblüher wie Primeln oder Vergissmeinnicht gemeinsam mit Farnen; sie halten den Boden länger feucht und schaffen ein angenehmes Kleinklima.

Finger weg von diesen Kombinationen

So gut Mischkultur auch funktioniert, nicht jede Kombination ist eine gute Idee. Tomaten und Kartoffeln etwa sollte man nie direkt nebeneinander setzen, da beide für Braun- und Krautfäule anfällig sind und sich das Risiko gegenseitig hochtreiben. Fenchel ist ein ausgesprochener Einzelgänger: Tomaten und Fenchel sollten nicht zusammen in einem Beet wachsen, weil Fenchel das Wachstum der Tomate hemmt und das gilt für viele andere Gemüse gleichermaßen. Pflanzen der gleichen Gattung passen meist nicht zusammen, weil sie die gleichen Nährstoffe benötigen oder sich gegenseitig schädigen. „Wichtig ist, den Fruchtwechsel zu beachten. Starkzehrer wie Kartoffeln, Kohl, Tomaten, Sellerie oder Lauch sollten nicht wiederholt am gleichen Platz stehen“, mahnt auch die Pflanzenexpertin.

Klein, aber klug: Der Topfgarten

Wer keinen Garten hat, ist übrigens keineswegs im Nachteil: Auf Balkon und Terrasse lässt sich Mischkultur nämlich besonders gezielt umsetzen. Mischkulturen aus Salat und Kräutern, etwa mit Schnittlauch, Dill und Kerbel, eignen sich gut für kleinere Beete oder Töpfe. Wer es etwas bunter mag, kombiniert Basilikum mit Kapuzinerkresse im Kasten, das ergibt nicht nur ein hübsches Bild, sondern auch eine einsatzbereite Küche auf dem Fensterbrett. Wichtig beim Topfgarten: auf Größe und Drainage achten. Starkzehrer wie Tomaten brauchen ausreichend Wurzelraum, damit sie ihrer Nachbarschaft nicht die gesamten Nährstoffe streitig machen.

Das A und O

So verlockend es ist, gleich loszulegen: Die Temperaturen haben das letzte Wort. „Vor allem kälteempfindliche Pflanzen sollten bei frostigen Temperaturen geschützt werden“, rät Bettina Bayer-Grilz. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu Vlies, Folientunnel oder Anzuchthaube – die geben empfindlichen Setzlingen die nötige Zeit, um sich zu akklimatisieren, bevor sie die volle Freiluftdosis abbekommen. Erst wenn die Nächte stabil über fünf Grad bleiben, darf die kälteempfindliche Gesellschaft dauerhaft nach draußen.

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