Vielen wurde als Kind eingebläut: „Wenn du nach dem Essen schwimmen gehst, wirst du ertrinken.“ Das hat sich eingebrannt. Allerdings ist so ziemlich jeder im Laufe seines Lebens mal nach einer Portion Pommes oder einem großen Eis im kühlen Nass geschwommen und hat keinen Rettungssanitäter gebraucht. Was ist also tatsächlich dran? schauvorbei.at stellt die größten Mythen auf den Prüfstand.
Mythos 1: „Wenn man vor dem Schwimmen isst, geht man unter.“
Dieser Glaube stimmt so nicht. Denn untergehen oder gar ertrinken wird man nach dem Essen nicht. Dafür gibt es keine wissenschaftliche Evidenz. Allerdings sollte man auch nicht mit vollem Magen ins Wasser tauchen. Immerhin stimmt es, dass sich nach einer Mahlzeit das Blut im Magen sammelt. Das kann zu Verdauungsproblemen, Krämpfen, Seitenstechen, Übelkeit oder Kreislaufproblemen führen, was die Schwimmleistung beeinträchtigt.
Eine leichte Mahlzeit wie eine Banane, Joghurt oder ein Müsliriegel zwischendurch wird aber empfohlen, da man dadurch leistungsfähiger wird.
Mythos 2: „Sonnenbrand kann man im Wasser abkühlen.“
Ja und nein. Dieser Mythos stimmt teilweise. Immerhin wirkt Wasser kühlend und damit natürlich beruhigend auf die Haut. Was man aber nicht sagen kann, ist, dass bei einem Sonnenbrand weiter Planschspaß angesagt ist. Im Gegenteil: Die Haut braucht Ruhe. Man sollte daher nicht im See, Meer oder Bad schwimmen. Die Lichtreflexionen auf der Wasseroberfläche verstärken die UV-Strahlung, was auch den Sonnenbrand verschlimmert. Zu langes Baden trocknet die Haut zusätzlich aus. Besser sind kühlende After-Sun-Lotions und feuchte Umschläge.
Wasser ist nicht gleich Wasser. Je nachdem, welche Mineralien im Thermalwasser enthalten sind, ändert sich auch die Wirkung. Dazu gehören Jod, Schwefel, Kalzium, Magnesium oder Kohlendioxid. Schwefel ist zum Beispiel gut für die Haut und bei Rheuma, während kohlensäurehaltiges Wasser die Durchblutung fördert.
Das größte Organ des Menschen mag das heilende Wasser aber nur, wenn es nicht gereizt oder trocken ist. Und bei trockener Luft kann Wasser die Haut sogar austrocknen, da es dann schneller verdunstet.
Mythos 4: „Die Sonnencreme ist wasserfest, nachcremen muss man nicht.“
Sonnenschutzmittel werden dann als wasserfest eingestuft, wenn sie nach 20 Minuten im Wasser noch mindestens die Hälfte des Lichtschutzfaktors besitzen. Geprüft wird im Labor und nicht unter realen Bedingungen. Das bedeutet Schwitzen, Salz, Chlor, Abtrocknen, Aus- und Anziehen sind Einflüsse, die nicht berücksichtigt werden. Auch wird eine Creme meist nicht gleichmäßig abgerieben oder durch das Planschen abgespült. Deswegen gilt: Nach jedem Pool- oder Meergang beziehungsweise alle zwei Stunden nachcremen.
Mythos 5: „Die Sauna entgiftet den Körper.“
Wer regelmäßig in die Sauna geht, ist gesünder. Das mag zwar stimmen, allerdings nicht deswegen, weil der Körper beim Schwitzen Gifte aus dem Körper schleust. Denn dafür ist nach wie vor die Leber zuständig. Vielmehr ist es so, dass Saunieren gesund für das Herz-Kreislauf-System ist und der Blutdruck sowie das Schlaganfallrisiko sinken.




