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Insektenhotel bauen: So gelingt das Zuhause für kleine Nützlinge

Ein Insektenhotel zu bauen macht nicht nur Spaß, sondern hilft auch der Natur. Was es dafür wirklich braucht und warum sich das Warten lohnt, verrät ein Experte vom Österreichischen Tierschutzverein.
© Getty Images

Kaum ein Gartenprojekt lässt sich so einfach mit Kindern umsetzen wie der Bau eines Insektenhotels. Damit aber aus einem schönen Bastel-Nachmittag auch ein echtes Zuhause für Wildbienen und Co wird, kommt es auf einige Details an, wie uns Alexios Wiklund vom Österreichischen Tierschutzverein erklärt.

Bevor es ans Bauen geht, hat er einen grundsätzlichen Hinweis: „Das beste Insektenhotel ist der Garten selbst, der den Tieren ohnehin schon viel bietet. Heimische, saisonal blühende Pflanzen, eine wilde, ungemähte Ecke oder ein Laub- und Totholzhaufen freuen Nützlinge mindestens genauso wie jede Nisthilfe.“ Wer zusätzlich auf Pestizide verzichtet und dem Mähroboter ab und zu eine Pause gönnt, schafft die besten Voraussetzungen für mehr Artenvielfalt im Garten.

Qualität statt Quantität

Erst wenn diese Basis stimmt, macht auch das Insektenhotel richtig Freude, wobei der Nutzen stark von Bauweise, Standort und dem umgebenden Lebensraum abhängt. Damit die Nisthilfe tatsächlich angenommen wird, sollte sie sauber verarbeitet sein, zur heimischen Artenwelt passen und in der Nähe von Blühflächen stehen. Fertige Insektenhotels aus dem Handel sind dafür oft nur bedingt geeignet, da sie meist behandelte Materialien wie Lacke oder Kleber enthalten. Umso lohnender ist der Eigenbau, gerade als gemeinsames Projekt mit Kindern. Wer genau einzieht, verrät uns der Experte gleich mit:

© Österreichischer Tierschutzverein

„Vor allem solitär lebende Wildbienen wie Mauerbienen, Blattschneiderbienen oder Hummeln nehmen solche Nisthilfen gerne an. Da weit mehr als die Hälfte dieser Arten eigentlich im sandigen Boden nistet, stellen sie eine wertvolle Ergänzung für die stark gefährdeten Tiere dar.“


Alexios Wiklund, Österreichischer Tierschutzverein

Eine Frage des Materials

Beim Bau selbst lohnt sich ein genauer Blick auf das Material, denn nicht jedes hält, was es verspricht. Ein wetterfestes Insektenhotel steht im Trockenen, ist sorgfältig verarbeitet und besteht aus unbehandeltem Hartholz mit sauber gebohrten Löchern oder passenden Röhren, ohne Risse und ungeeignete Füllstoffe wie Stroh, Tannenzapfen oder Weichholz. Auch Kiefernzapfen, Holzspäne oder Hackschnitzel bringen der heimischen Insektenfauna wenig, ebenso wie sprödes Material, das Tiere und Kokons verletzen könnte.

Sinnvoller sind stattdessen ein Gemisch aus Lehm und Sand, Ton beziehungsweise Tonziegel sowie hohle Pflanzenstängel wie Schilf oder Bambus. Wichtig dabei: Schilf- und Bambusröhrchen werden am hinteren Ende verschlossen und vorne mit einem Draht gesichert – so bleiben neugierige Vögel draußen und der Nachwuchs sicher drinnen.

Wer nun weiß, worauf es ankommt, kann die Suche nach dem passenden Material gleich zum Familienausflug machen: Trockene Zweige, hohle Schilfstängel oder Stroh finden sich bei einem Spaziergang durch den Wald wie von selbst. Wichtig ist nur, ausschließlich lose, trockene und unbehandelte Materialien mitzunehmen und lebende oder geschützte Pflanzen und Tiere dort zu lassen, wo sie hingehören.

Genau nachmessen lohnt sich

Auch die richtigen Maße entscheiden darüber, ob sich die Bewohner wohlfühlen. Jede Brutröhre sollte mindestens acht Zentimeter lang sein, mit rund sechs Zentimeter tiefen Löchern und einem Durchmesser von drei bis sechs Millimetern. Zwischen den einzelnen Bohrlöchern empfiehlt sich außerdem ein Abstand von ein bis zwei Zentimetern. Ein Detail, das der Tierschützer besonders betont: Je kürzer die Brutröhre und je größer der Durchmesser der Bohrlöcher, desto leichter können hungrige Vögel die Larven herauspicken. Beim Bohren entscheiden also wenige Millimeter darüber, ob die Nisthilfe später wirklich sicher ist.

Der richtige Zeitpunkt

Statt im Frühjahr baut man ein Insektenhotel übrigens besser schon im Spätsommer oder Herbst. So haben überwinternde Arten genügend Zeit, ihr neues Zuhause noch vor dem Winter zu entdecken und zu beziehen. Der Standort sollte dabei sonnig und windgeschützt sein, idealerweise mit Süd- bis Südostausrichtung und einer freien Anflugschneise in der Nähe blühender Pflanzen.

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