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Faschingsbrauchtum: Herkunft und Traditionen in Österreich

Draußen ist es noch dunkel, die Abende lang, der Winter zäh. Und doch können wir uns auf etwas freuen: Der Fasching nähert sich. Offiziell beginnt er am 11. November um 11.11 Uhr, doch das große Finale erleben wir natürlich am Faschingsdienstag. Aber wussten Sie, dass die Wurzeln des Faschings bis in die Antike zurückreichen? Und dass es in manchen Regionen Österreichs üblich ist, sich zu diesem Anlass Frauengewänder anzuziehen? Hier erfahren Sie mehr darüber.
Eine der spektakulärsten Faschingsbräuche Österreichs: Der Ebenseer Fetzenzug. © Oberösterreich Tourismus GmbH/Marc Schwarz

Fasching ist weit mehr als Partys, Paraden und Krapfen. Die Tradition wurzelt tief: Schon die alten Germanen und Kelten kannten Maskeraden und Lärmrituale, um den Winter zu vertreiben und den Frühling zu begrüßen. In heidnischer Zeit symbolisierte der Lärm jenes Verjagen dunkler Kräfte, die den Menschen den Lebensmut nahmen. Später übernahmen christliche Glaubensgemeinschaften den Brauch und verknüpften ihn mit der Zeit vor der Fastenzeit, die am Aschermittwoch beginnt. Der Name selbst, „Fasching“,  geht auf „Fasten“ zurück, als Hinweis auf das letzte ausgelassene Fest vor der Enthaltsamkeit.

In der Geschichte des Festes hat es immer ein Element der Umkehr gegeben. Schon im alten Rom war der Tausch von Rollen und Status üblich, und auch heute erlaubt der Fasching: Wer die Maske trägt, kann für einen Moment jemand anderer sein.

Närrische Landkarte: Brauchtum in Österreich

Österreich bewahrt diese Tradition in einer beeindruckenden Vielfalt regionaler Bräuche. Hier sind die spektakulärsten Faschingsbräuche des Landes:

Steiermark

In der Steiermark, besonders in der Region Murau, beginnt das närrische Finale mit einem etwas ungewöhnlichen Ritual: Am „damischen Montag“ (Rosenmontag) ziehen die sogenannten Faschingsrenner von Haus zu Haus hinauf bis zum höchstgelegenen Bauernhof der Gegend. Bunt verkleidet, mit Masken, Glocken und lauter Stimme, bringen sie Bewegung in die winterliche Starre. Überall wird kurz Halt gemacht, gelacht, gescherzt, manchmal auch getanzt. Das Ziel ist, den Winter zu vertreiben und den Frühling heraufzubeschwören.

Kärnten

In Kärnten hallt jedes Jahr ein kollektives „Lei Lei“ durch Villach. Der Villacher Fasching ist längst ein Fixpunkt im heimischen Kulturkalender. Unter der Regentschaft des Faschingsprinzenpaares wird gesungen, gescherzt und gespiegelt. Politik, Gesellschaft, Alltag – alles darf hier durch den Kakao gezogen werden.

Salzkammergut

Im Salzkammergut, besonders im Ausseerland, zählen die Wochen vor dem Aschermittwoch zu den Höhepunkten des Brauchtums. Dort laufen die sogenannten Flinserln in prachtvollen, funkelnden Gewändern durch die Straße. Die Kostüme erinnern an glitzernde Figuren und haben teilweise venezianische Wurzeln. Kinder, die traditionelle Reime aufsagen, werden mit Nüssen oder Süßigkeiten belohnt. Begleitet werden die Flinserln von den Trommelweibern – Männern in Frauenkleidern, die mit Trommeln, Töpfen und Kesseln durch die Gasthäuser ziehen.

Oberösterreich

Besonders archaisch zeigt sich der Fasching in Oberösterreich. Beim Ebenseer Fetzenzug verwandeln sich Menschen in Gestalten aus einer anderen Zeit. Mit Frauenkleidern, holzgeschnitzten Masken und dem markanten Fetzenhut ziehen sie durch die Straßen. Zuseher werden getadelt, geneckt, manchmal auch erschreckt. 2011 wurde dieser Brauch als immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt.

Burgenland

Im Burgenland lebt ein Brauch fort, der ebenso tief verwurzelt ist: das Blochziehen. Bleibt in einem Ort eine Hochzeit aus, wird ein geschmückter Baumstamm, das Bloch, zur symbolischen Braut. Die heiratsfähige Dorfjugend zieht es durchs Dorf, Höhepunkt ist die Trauung eines auserwählten Hochzeitspaares auf dem festlich dekorierten Holzbloch.

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