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Auftanken in der Therme: Diese Vorteile genießt der Körper

Bikini, Badehosen, Blubberblasen: In der Therme heißt es abtauchen und relaxen. Warum das eine richtig gute Idee ist und welche Vorteile für den Körper das warme Wasser bietet, erklärt Expertin Anita Grassel im Interview mit schauvorbei.at.
Frau im Bikini entspannt im Pool
Erholung in der Therme: Das ist Entspannung, die unter die Haut geht. © shutterstock

Die Summer-Edition der Erholung beginnt in Kürze und somit auch die Zeit, in der man einfach nur im Liegestuhl liegen, sich im Wasser vergnügen und genießen möchte. Aber warum nicht jetzt gleich relaxen? Ein Besuch in der Therme bedeutet das Beste aus beiden Welten: wilden Plantsch-Spaß und „Chill&Swim“.

Leiterin des Physiotherapie-Teams im mza, erfolgreiche Buchautorin und Gymnastiktrainerin Anita Grassel ist spezialisiert auf Wirbelsäule, Schulter, Hüfte und Kniegelenke und Expertin für Unterwassertherapie. Sie weiß genau, warum sich ein Besuch in einem Thermalbad für den Körper lohnt.

Anita Grassel
© Stefanie Freynschlag

schauvorbei.at: Medizinisch betrachtet: Was unterscheidet Thermalwasser von „normalem“ Wasser?
Anita Grassel: Thermalwasser wird aus größeren Tiefen gewonnen und weist eine höhere Temperatur auf – meist über 20 Grad Celsius. Das Entscheidende ist aber die Mineralisation: Es enthält gelöste Mineralstoffe und Spurenelemente wie zum Beispiel Schwefelverbindungen, Radon, Sulfat, Calcium oder Magnesium. Diese Zusammensetzungen sind geologisch bedingt und dadurch ergeben sich die für uns in der Medizin positiven physiologische Effekte.

schauvorbei.at: Inwiefern ist Thermalwasser gut für unsere Muskeln?
Anita Grassel: Viele Studien zeigen eine Schmerzreduktion und eine erhöhte Funktion der Gelenke im Wasser und dadurch eine gesteigerte Lebensqualität für den Patienten.

Die Wirkung beruht primär auf drei Mechanismen, die Schmerzlinderung und Senkung der Muskelspannung – insbesondere bei chronischen Beschwerden – beitragen. Zunächst wäre da der thermische Effekt. Wärme führt zu verbesserter Sauerstoff- und Nährstoffversorgung sowie Durchblutung.

Dann gibt es den hydrostatischen Druck. Dieser unterstützt den venösen Rückfluss und kann helfen, Ödeme zu reduzieren. Last but not least gibt es noch den Effekt des Auftriebs.

schauvorbei.at: Warum entlastet es die Gelenke, im Thermalwasser zu plantschen?
Anita Grassel: Der entscheidende Faktor ist der Auftrieb. Dabei wirkt das Archimedische Prinzip. Im Wasser reduziert sich das effektive Körpergewicht je nach Eintauchtiefe um bis zu 90 Prozent.

Ich empfehle also immer, wenn möglich, bis zum Kinn im Wasser zu sein, da die Gelenkkräfte dadurch stark sinken und eine geringe mechanische Belastung auf die Gelenke ermöglicht werden kann. Das Training ist sehr gelenkschonend, aber total effektiv. Wir gehen mit unseren frisch operierten Patienten, sobald die Wunden nach ärztlicher Freigabe zu 100 Prozent verschlossen sind, in eine frühe Mobilisation, wodurch eine optimale und schonende Bewegung ermöglicht wird.

schauvorbei.at: Welches Mineral hilft gegen Stress?
Anita Grassel: Warmes Thermalwasser, unabhängig von Mineralien, hilft gegen Stress, da es beruhigend auf das vegetative Nervensystem einwirkt. Oft werden magnesiumhaltige Wässer genannt, aber die Hauptwirkung entsteht und bleibt Wärme, die Spannungen löst und zu Gelassenheit führt. Ein Thermenbesuch lohnt sich daher auf jeden Fall.

schauvorbei.at: Wie wirken Mineralien über die Haut auf den Körper?
Anita Grassel: Bei Rücken- und Gelenksschmerzen helfen schwefelhaltige und radonhaltige Wasser. Denn Schwefel wirkt entzündungshemmend auf Haut und Gelenkserkrankungen und wird deshalb oft bei rheumatologischen Erkrankungen eingesetzt. Bäder mit Radon können zur Schmerzreduktion führen. Vor allem in Verbindung mit Bewegung und Wärme können bei Rückenschmerzen gute Erfolge erzielt werden.

Kohlensäure wiederum kurbelt die Hautdurchblutung effektiv an. Auch Sole-Bäder haben eine positive Wirkung auf die Haut, weil sie sehr salzhaltig sind und bei Erkrankungen wie zum Beispiel Psoriasis helfen.

Ein Großteil der Wirkung entsteht aber nicht durch die Aufnahme durch die Haut, sondern durch die Kombination aus Wärme, mechanischen Effekte und Hautreaktion. Wichtig ist aber, dass die Wirkung des Thermalwassers meist moderat ist und eine Kombination aus verschiedenden Aspekten der Medizin bei Erkrankungen beachtet werden muss.

schauvorbei.at: Wie oft bzw. wie regelmäßig sollte man in Thermalwasser baden, um einen Effekt zu spüren?
Anita Grassel: Ein einzelnes Bad kann bereits entspannen. Um einen Therapieeffekt zu haben, braucht man zwei bis drei Anwendungen pro Woche innerhalb eines Monats.

schauvorbei.at: Vielen Dank für das Gespräch! 

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