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25. Mai 2024
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Kapuzinergruft: Imposante Grabstätte der Habsburger

In der Kapuzinergruft in der Wiener Innenstadt befinden sich die sterblichen Überreste von 150 Persönlichkeiten, darunter zwölf Kaiser, 19 Kaiserinnen und zahlreiche weitere Habsburger. Ein Rundgang durch die Ruhestätte führt durch 400 Jahre österreichische und europäische Geschichte.

Schädel auf dem prunkvollen Doppelsarkophag in der Maria-Theresien-Gruft
Reich verzierte Särge, spannende Geschichten: Bei Führungen durch die Kapuzinergruft erfahren die Teilnehmer viel Wissenswertes über die Habsburger. © Robert Vanis

Die Kapuzinergruft ist die Grabstätte der habsburgischen Kaiserinnen und Kaiser seit 1618. Sie befindet sich unter der bescheidenen Kirche und dem Kloster des Kapuzinerordens in der Wiener Innenstadt. In den unterirdischen Räumen ruhen die Überreste der Herrschenden jener Dynastie, in deren Reich die Sonne nicht unterging. Die kunstvollen Prunksarkophage spiegeln Macht und dynastisches Verständnis wider.

Zu sehen sind die Grabmäler berühmter Persönlichkeiten wie Kaiser Franz Joseph und seiner Frau Elisabeth („Sisi“), der beeindruckende Doppelsarkophag von „Kaiserin“ Maria Theresia und Franz I. Stephan von Lothringen sowie der bescheidene Kupfersarg des Reformkaisers Joseph II. Vom Dreißigjährigen Krieg über Revolutionen bis hin zu ersten Ideen für ein vereintes Europa: Die Ruhestätte erzählt 400 Jahre österreichische und europäische Geschichte.

Neun Räume zu besichtigen

Im Laufe der Jahrhunderte ist die Kapuzinergruft immer größer geworden. Heute erhalten die Besucher Einblicke in die Gründer-, Leopolds-, Karls-, Maria-Theresien-, Franzens-, Ferdianands-, Toskana-, Neue und Franz-Josefs-Gruft sowie in die Gruftkapelle. Auch speziell für Familien gibt es Führungen.

5 Dinge, die man gesehen haben muss

  • die Grabmäler von Kaiser Franz Joseph und seiner „Sisi“
  • die Särge für Leopold I. und Joseph I. nach dem Entwurf von Johann Lukas von Hildebrandt
  • den Doppelsakophag von „Kaiserin“ Maria Theresia und Franz I. Stephan von Lothringen
  • den bescheidenen Kupfersarg des Reformkaisers Joseph II.
  • den Sarg von Otto von Habsburg, dem letzten Kronprinzen Österreich-Ungarns

Facts and Figures Kapuzinergruft

  • Kaiser Matthias (1557–1619) ordnete die Errichtung der Gruft anlässlich der Stiftung der Kapuzinerkirche durch seine Gattin Anna an. 1622 erfolgte der Startschuss für den Bau durch seinen Nachfolger Ferdinand II. (1578–1637). Wegen des Dreißigjährigen Kriegs dauerte der Bau elf Jahre.
  • 1633 überführte man als Erste die Leichname von Kaiser Matthias und Kaiserin Anna in die Gruft.
  • Napoleon besuchte am Abend des 5. Oktober 1809 die Kapuzinergruft bei Fackelschein.
  • 1824 entdeckte man bei einem Erweiterungsbau, dass sich die Gruft an der Stelle einer altrömischen Begräbnisstätte befindet.
  • Im Jahr 1845 erfolgte der Einbau einer Gasbeleuchtung, ab 1909 gab es elektrisches Licht.
  • In der Kapuzinergruft befinden sich 138 Metallsärge (anfangs aus Zinn, ab 1790 aus Kupfer).
  • Die letzte Beisetzung (Kaiserin-Witwe Zita, † 14. März 1989 in Zizers, Schweiz) erfolgte am 1. April 1989.